Ekhof Theater

Das Ekhof-Theater auf Schloss Friedenstein gilt als das älteste Barocktheater der Welt mit noch existierender und funktionierender Bühnenmaschinerie.

Besichtigen Sie dieses Juwel der Theatergeschichte mit seiner hölzernen Schnellverwandlungsmaschinerie aus dem 17. Jh. und besuchen Sie die Ausstellung zu seiner Geschichte.

 

Ekhof Theater

Das Ekhof-Theater auf Schloss Friedenstein gilt als das älteste Barocktheater der Welt mit noch existierender und funktionierender Bühnenmaschinerie.

Besichtigen Sie dieses Juwel der Theatergeschichte mit seiner hölzernen Schnellverwandlungsmaschinerie aus dem 17. Jh. und besuchen Sie die Ausstellung zu seiner Geschichte.

 

Das 19. und 20. Jahrhundert

Nach dem Tode Herzog Ernsts II. von Sachsen-Gotha-Altenburg trat 1804 sein Sohn Herzog August die Regierung an. Anders als sein Vater liebte August die leichte Muse sehr und es entfaltete sich im Schloss und in der Stadt wieder ein reger Theaterbetrieb, den die Witter'sche Schauspielergesellschaft eröffnete. Bei einer Aufführung am 24. November 1804 wäre es fast zum einzigen Theaterbrand in der Geschichte des Schlosstheaters gekommen: Zu Ehren des Herzogs wurde seine Büste auf der Bühne aufgestellt, bei der ein kleiner Genius Weihrauch in einer Opferschale anzünden sollte. Eine Muse, nach Entwürfen des Prof. Grassi aus Leipzig historisch richtig gekleidet, sollte sie mit Lorbeer bekränzen. Versehentlich war in die Opferschale eine falsche brennbare Flüssigkeit gekommen, die dichte Rauchwolken erzeugte. Als das Feuer die Kulissen bedrohte, fiel der Vorhang und die Feuerwache konnte den Brand löschen.

Witter absolvierte bis Ende Mai 1805 ein umfangreiches Programm und wurde dann in Gnaden entlassen.

1809 kam Henriette Hendel-Schütz, die Tochter des Gothaer Schauspielerehepaares Schüler, zu einem Gastspiel. Sie hatte hier 1775 in Gotter/Bendas Medea als 6-jährige erstmals die Bühne betreten.

Ein Jahr später gab August Wilhelm Iffland ein Gastspiel.

Erst nach der Vereinigung der Herzogtümer Coburg und Gotha 1826 setzte in Gotha 1828 wieder ein geregelter Spielbetrieb ein. Jedoch war bis dahin an der alten Bühnentechnik nichts erneuert worden und es häuften sich Beschwerden der Schauspieler.

Ab 1840 trat ein neues Schauspielhaus am heutigen Ekhofplatz in Funktion, die alte Schlosstheaterbühne wurde ab 1855 nur noch für vereinzelte Liebhaberaufführungen unter Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha genutzt.

1924 gab es Versuche, das Schlosstheater wieder zu beleben und an historischer Stätte ein Thüringer Theatermuseum zu begründen. Dieser Versuch erschöpfte sich in einer Sonderausstellung über die Thüringer Theaterkunst der letzten 70 Jahre.

Das dritte Reich entsann sich wieder des Theaters und nutzte es für wenige konzertante Aufführungen, u.a. der Reichsarbeitsfront. Zum Ende des II. Weltkrieges richtete die Wehrmacht im Zuschauerraum ein Lager für KFZ-Teile ein.

Unter Leitung des verdienstvollen Pflegers Gothaer Theatergeschichte, Dr. Erich Nippold, wurde der Theaterraum 1952 entrümpelt und renoviert. Man gliederte ihn dem damaligen Heimatmuseum (heute Museum für Regionalgeschichte und Volkskunde) an und machte ihn damit öffentlich zugänglich. Gleichzeitig begann eine vorsichtige Nutzung als Theater und Konzertraum.

1966 bis 1968 unterzog man den Zuschauerraum einer umfassenden Restaurierung und gab ihm die Fassung der Ekhof-Zeit. Seitdem dient das Theater jeden Sommer für Aufführungen, die häufig von prominenten Darstellern dargeboten werden.

Seit 1995 laufen Restaurierungsarbeiten an der kostbaren historischen Bühnenmaschine, gleichzeitig werden im Rahmen des Sommerfestivals Theaterkunst, Konzerte und Lesungen mit Stoffen des 17., 18. und frühen 19. Jahrhunderts geboten.

Neue Ausstellung zum Theater

Eine neue Ausstellung ab April 2022 informiert über Geschichte und Funktion der Bühnenmaschinerie sowie die Theaterwelt des 17. und 18. Jahrhundert. Unter anderem wird hier auf Conrad Ekhof (1720 – 1778) eingegangen, der 1774 zusammen mit der „Seylerschen Truppe“ vom Weimarer Hof nach Gotha gekommen war, sowie seinen berühmten Schüler August Wilhelm Iffland (1759 – 1814), der 1777 im Hoftheater debütierte. Ekhof gelang es, für sich und seine Kollegen mit dem Herzog ein festes Engagement auszuhandeln. Das so entstandene feste Theaterensemble war das erste an einem deutschen Hof – ein Markstein deutscher Theatergeschichte. Nicht zuletzt aus diesem Grund heißt heute das Gothaer Schlosstheater Ekhof-Theater.

Das Ekhof-Festival in Gotha - eine Tradition voller Leidenschaft.